Im Jugendstil erbaut- sehr schmal aber oho
Haus Nr. 13 in der Greizer Thomasstraße

Nach dem Stadtbrand 1902 entstand bis etwa 1906 das Ensemble der Jugendstilhäuser in der Greizer Thomasstraße/Marktstraße.
Das Kuriosum dabei ist, dass die Gebäude von der Thomasstraße durchgehend bis zur Marktstraße gebaut sind.
Das hat sicherlich auch etwas mit den finanziellen Verhältnissen des aufstrebenden Bürgertums zu jener Zeit zu tun. Auffällig ist, dass die Gebäude in diesem
Areal der Innenstadt verhältnismäßig hoch gebaut sind, meist bis vier Etagen. Zu bemerken ist die stattliche Ausführung der Häuser, dazu kommt die ausgeprägte Fassadengestaltung, die für jedes Haus sehr unterschiedlich ist, ihnen das ganz eigene Gepräge gibt. Das würdigen vor allem die Gäste der Stadt, die beispielsweise während der Stadtführungen ihre Bewunderung über die Baukunst nach der vorigen Jahrhundertwende zum Ausdruck bringen.
In diesem Ensemble fällt eines der Häuser völlig aus dem Rahmen, das Haus in der Thomasstraße Nummer 13, das sich ebenfalls bis hin zur Marktstraße erstreckt. Das besondere an ihm, es ist im Gegensatz zu den anderen nur ein Zimmer breit.
Die Verbindung zwischen Thomasstraße und Marktstraße ist durch einen langen Korridor gegeben, sodass sich auf der Marktstraßenseite nochmals ein Zimmer, Küche und Sanitäreinrichtungen befinden.
Jede Etage hat also nur eine, den heutigen Anforderungen entsprechend eine kleine Wohnung. Grund dafür ist gewiss der Geldbeutel des Bauherren, der sicherlich 

 

mit seinen Nachbarn nicht mithalten konnte und sich nur einen schmalen Baugrund leistete. Der Höhe des
Hauses waren jedoch keine Grenzen gesetzt, sie konnte den anderen Gebäuden angepasst werden. Das war zwar auch nicht billig, aber letztlich bestimmten die finanziellen Möglichkeiten das Ausmaß des Bauvorhabens.
Heute befindet sich u.a. im Haus ein Nagelstudio auf der Seite der Thomasstraße, auf der Marktstraßenseite ein Foto-Labor-Shop, die oberen Stockwerke sind bewohnt.
Lohnenswert, sich dieses Ensemble in der Greizer Altstadt in Ruhe anzuschauen.
Schließlich ist es das einzige geschlossene Jugendstilensemble in Deutschland und hat allein in Prag ein Ebenbild.
Quelle: OTZ


Nach gut sechs Jahren nun ein Buchkapitel         01.03.07

Greizer Mitgliedschaft in der europäischen Jugendstilstraße wieder neu belebt

Greiz (OTZ/St.B.). Noch immer tief beeindruckt und hellauf begeistert ist Brigitte Buchholz von ihrer Spanien-Reise vor wenigen Tagen. Dienstlich weilte die Sachbereichsleiterin für Kultur, Sport und Tourismus der Greizer Stadtverwaltung Anfang Februar zu einem Treffen des Ehrenrates der europäischen Jugendstilstraße  "Art Nouveau European Route" - in Barcelona. Dabei wurden die Kontakte zu den insgesamt 80 Städten dieser Interessengemeinschaft neu belebt, in der Greiz seit Juni 2000 Mitglied ist und die sich verpflichtet, Jugendstilbauwerke denkmalgerecht zu erhalten. Doch nach der Gründung vor gut sechs Jahren verliefen die erhofften gemeinsamen Aktivitäten schnell im Sande. Seit 2004 Bllder und Texte für ein Buchprojekt aus Greiz angefordert worden waren, hörte man erstmal gar nichts mehr. Bis im Herbst 2006l überraschend die Einladung zur 2. Plenarsitzung des Ehrenrates vom31. Januar bis 4. Februar 2007 in der katalonischen Metropole kam. Und dort präsentierte man nun die sehenswerte Publikation, in der auch der Stadt Greiz ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Stolz hält Brigitte Buchholz den prachtvollen, 275-seitigen Bildband im Großformat in den Händen. Darin sind Greizer Jugendstilhäuser, fotografiert von Hubertus Blase, und ein englischer Text zu finden. Das Buch ist in vier Sprachen erhältlich und soll weltweit vertrieben werden. Das bislang einzige Greizer Exemplar würde Brigitte Buchholz gern in der Bibliothek deponieren und so der Öffentlichkeit zugänglich machen. In Barcelona ist der Name Greiz unterdessen noch ein weiteres Mal präsent, verrät die Sachbereichsleiterin: Nach der Gründungsversammlung von 2000 wurde auf dem berühmten Boulevard Passeig de Gracia vor dem Haus Nummer 41 - einem Gebäude des namhaften Architekten Antoni Gaudi - ein messingfarbenes Medaillon von etwa einem Meter Durchmesser in den Bürgersteig eingelassen. Darauf sind die Namen jener Städte aus aller Welt eingraviert, die sich dem Anliegen der Art Nouveau European Route verbunden fühlen. "Inmitten von weiteren 79 klangvollen Städtenamen wurde auch die Stadt Greiz hier verewigt", erzählt Brigitte Buchholz, die nun als ständige Vertreterin und Ansprechpartnerin im Statut des Ehrenrates benannt ist.


In Barcelona ist der Name Greiz unterdessen noch ein weiteres Mal präsent, verrät die Sachbereichsleiterin: Nach der Gründungsversammlung von 2000 wurde auf dem berühmten Boulevard Passeig de Gracia vor dem Haus Nummer 41 - einem Gebäude des namhaften Architekten Antoni Gaudi - ein messingfarbenes Medaillon von etwa einem Meter Durchmesser in den Bürgersteig eingelassen. Darauf sind die Namen jener Städte aus aller Welt eingraviert, die sich dem Anliegen der Art Nouveau European Route verbunden fühlen. "Inmitten von weiteren 79 klangvollen Städtenamen wurde auch die Stadt Greiz hier verewigt", erzählt Brigitte Buchholz, die nun als ständige Vertreterin und Ansprechpartnerin im Statut des Ehrenrates benannt ist.

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